350 Jahre Lobeprozession – Einladung zum Klustag 2026
Seit 350 Jahren führt die Lobeprozession von Borgholz zur Klus Eddessen. Ihren Ursprung hat sie im Jahr 1676, als eine schwere Epidemie viele Menschenleben forderte und die Menschen in ihrer Not eine Prozession gelobten. Aus diesem Gelübde ist eine Tradition entstanden, die bis heute fortbesteht. Dieses besondere Jubiläum feiern wir am Sonntag 20. September 2026 mit dem 350. Klustag. Dazu laden wir alle herzlich ein!
Die Lobeprozession beginnt um 8.45 Uhr in Borgholz. Um 10.30 Uhr feiern wir die heilige Messe auf der Klus Eddessen.
Herzliche Einladung an alle, diesen besonderen Tag mit uns zu feiern!

Als weiterer Hinweis:
Im Rahmen des Jubiläums finden weitere Veranstaltungen – gestaltet vom Freundeskreis Synagoge Borgholz – statt. Sie nehmen die Geschichte der Lobeprozession in den Blick, erzählen von den Menschen und Erinnerungen, die mit ihr verbunden sind, und laden dazu ein, die Tradition aus unterschiedlichen Perspektiven neu zu entdecken.

Ausstellung „350 Jahre Lobeprozession – Eine lebendige Tradition in Borgholz“ am 12. September 2026
17 Tote an einem einzigen Tag in Borgholz – was heute unvorstellbar erscheint, war im Jahr 1676 bittere Realität. Als die Menschen angesichts einer schweren Epidemie keine Hoffnung mehr auf irdische Heilkunst hatten, wandten sie sich an den Himmel. Bei Krankheiten wie Pest, Cholera oder der „Roten Ruhr“ suchten die Menschen Hilfe im Glauben und gelobten eine Prozession. Aus diesem Gelübde entstand die Lobeprozession zur Klus Eddessen – eine Tradition, die bis heute fortbesteht und 2026 ihr 350-jähriges Jubiläum feiert.
Am Samstag, 12. September, wird in Borgholz die Ausstellung „Lobeprozession zur Klus Eddessen – 350 Jahre“ eröffnet. Gleichzeitig wird der begleitende Katalog vorgestellt. Die Ausstellung lädt dazu ein, die Geschichte einer der ältesten religiösen Traditionen im Kulturland Kreis Höxter neu zu entdecken.
Im Mittelpunkt stehen die historischen Ursprünge des Gelübdes, die Klus Eddessen als bedeutender Wallfahrtsort sowie die Menschen, die diese besondere Tradition über Generationen hinweg bewahrt und geprägt haben. Historische Fotografien, Dokumente und bislang wenig bekannte Quellen geben Einblicke in die Geschichte der Prozession, das Leben der Eremiten und das religiöse Leben rund um die Klus. Auch die Vorbereitungen und der Ablauf der Prozession werden dargestellt. Zahlreiche Bilder früherer Prozessionen lassen dabei Erinnerungen an vergangene Jahrzehnte lebendig werden.
Die Lobeprozession ist jedoch weit mehr als ein religiöses Ereignis. Der Klustag war über Generationen hinweg zugleich ein wichtiges Familienfest. Verwandte aus nah und fern reisten nach Borgholz, um gemeinsam den Tag zu verbringen. Die aufwendigen Vorbereitungen und das ge-meinsame festliche Essen boten Gelegenheit, familiäre Beziehungen zu pflegen und zu stärken. So wurde der Klustag zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und zu einem verbindenden Element innerhalb der Familien und der Dorfgemeinschaft.
Auch die jüngere Generation ist in die Ausstellung einbezogen. Kinder und Jugendliche aus Borgholz haben sich unter künstlerischer Begleitung mit dem Thema Gemeinschaft auseinander-gesetzt. Ihre Arbeiten werden ebenfalls in der Ausstellung präsentiert. An der inhaltlichen Gestaltung beteiligten sich neben den Kindern und Jugendlichen auch Annerose Weber sowie ein Team des Freundeskreises Synagoge Borgholz.

Ein Katalog als bleibende Erinnerung
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Begleitband. Der Katalog dokumentiert nicht nur die Geschichte der Lobeprozession, sondern möchte Verborgenes wieder sichtbar machen und historische Hintergründe bewahren, bevor sie in Vergessenheit geraten. Dazu wurden auch Ge-spräche mit noch lebenden Zeitzeuginnen und Zeitzeugen geführt. Ihre persönlichen Erinnerungen lassen viele heute kaum noch bekannte Geschichten und Begebenheiten rund um den Klustag wieder lebendig werden.
Das Grußwort stammt vom Kreisheimatpfleger Hans-Werner Gorzolka, das Vorwort verfasst Professor Günter Klabes. Der Band versteht sich damit zugleich als Dokumentation, Nachschlagewerk und bleibende Erinnerung an eine Tradition, die seit Jahrhunderten das religiöse und kulturelle Leben in Borgholz prägt und bis heute Menschen miteinander verbindet.

Kostgängerverbandfest als Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten (geschlossene Veranstaltung)
Die gemeinsame Gestaltung des Kostgängerverbandfestes erinnert an die besondere Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat und an die Gemeinschaft, die seit Generationen mit dem Klustag und der Lobeprozession verbunden ist. Es haben sich weit über 100 Verwandte und Freunde aus nah und fern angemeldet, um gemeinsam den Tag zu verbringen. Damit wird die 350-jährige Geschichte nicht allein rückblickend betrachtet, sondern als lebendige Tradition gemeinsam weitergeführt.

Tag des offenen Denkmals
Das Jubiläumswochenende steht zudem im Zeichen des Tags des offenen Denkmals, der deutschlandweit am zweiten Sonntag, in diesem Jahr am 13. September 2026, stattfindet. Historische Bauwerke und besondere Orte öffnen an diesem Tag ihre Türen und machen Geschichte unmittelbar erlebbar. Auch die Synagoge Borgholz gehört zu diesen besonderen Orten.

Mit der Ausstellung, dem Katalog, dem Kostgängerverbandfest und den Veranstaltungen rund um den Tag des offenen Denkmals wird das 350-jährige Jubiläum der Lobeprozession damit zu einem besonderen Ereignis für Borgholz. Es verbindet Vergangenheit und Gegenwart und macht deutlich, dass eine Tradition auch nach 350 Jahren lebendig bleiben kann – wenn Menschen sie gemeinsam bewahren, weitergeben und mit neuem Leben erfüllen.

Klustag, Lobeprozession, St. Marien Borgholz, Klus Eddessen

So. 20. Sep. 08:30 - 15:00

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