Mit großer Beteiligung hat die katholische Pfarrgemeinde Willebadessen auch in diesem Jahr das Fest ihres Pfarrpatrons Vitus gefeiert. Der eigentliche Namenstag des Heiligen wurde am Montag mit einem Gottesdienst an der Vitus-Kapelle begangen, die auf einem Hügel am Rand der Stadt liegt. Nach der Erhebung der Vitus-Reliquien am Samstag bildeten das Hochamt am Sonntag und die anschließende Prozession den Höhepunkt der Feierlichkeiten.

Die Reliquien werden aus der Gründerkapelle zur Kirche getragen.

Der Blumenteppich wird gelegt.

Wochenlang hatte sich die Gemeinde auf die große Vitus-Prozession vorbereitet. Zahlreiche Helfer sorgten für Material und legten ganz früh am Morgen des Festtages den Blumenteppich, der die Wegstrecke schmückte, soweit sie durch den Ort führte. Dabei ließen sich die Beteiligten nicht von dem windigen und regnerischen Wetter abhalten – die Sonne zeigte sich schließlich rechtzeitig zur Prozession.

Auch viele ehemalige Willebadessener kehren zum Vitusfest regelmäßig in ihre Heimat zurück. Entsprechend gut gefüllt war die Kirche beim Festhochamt, das von dem aus Willebadessen stammenden Pfarrer Josef Kemper (Herzebrock-Clarholz) gemeinsam mit dem leitenden Pfarrer Bernd Götze, Pastor Tobias Kiene (Brilon, ebenfalls gebürtig aus Willebadessen) und Diakon Dirk Gellert zelebriert wurde.

Die Festpredigt hielt Pastor Götze selbst. Er betonte, dass Umbrüche in der Kirche zum Normalen gehören. Zur Veranschaulichung verwies er auf das altarähnliche Grabmal des Fürstbischofs Dietrich von Fürstenberg im Paderborner Dom, das an der Zeitenwende zwischen Mittelalter und Neuzeit stehe. Auch die Bedeutung von Reliquien griff er auf: So wie das Allerheiligste für Außenstehende nur wie einige Brotkrumen erscheine, wirken auch Reliquien zunächst einfach nur wie alte Knochenstücke, entfalteten jedoch im Licht des Glaubens eine besondere Wirkkraft.

Die Reliquien auf dem Weg durch die Lange Straße.

Nach dem feierlichen Hochamt setzte sich der Prozessionszug mit den Vitusreliquien und dem Allerheiligsten in Bewegung, zuerst durch die festlich geschmückte Lange Straße, dann zum Friedhof, weiter zur Vitus-Kapelle und schließlich durch den Wald zurück zur Kirche. An der Prozession nahmen neben Mitgliedern der katholischen Gemeinde auch die Schützenbruderschaften St. Johannes und St. Sebastian sowie der Musikverein Willebadessen teil

Der Tag endete m Abend mit einer Andacht. „Der kleine Vitus hat wieder für uns gesorgt,“ sagte Pastor Götze mit Blick auf das überraschend freundliche Wetter während der Prozession. Er rief die Gläubigen abschließend dazu auf, mit Milde und einem dankbaren Blick auf das zu schauen, was ihnen geschenkt werde.

Pastor Kemper, Pastor Götze und Diakon Gellert begleitet von Messdienern bei der Prozession.

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